Monday, 7 November, 2016, 15:14 People
Ukrainians translated for Austrians the article devoted to the exhibition of Pinsel in Vienna

Lviv activists, connoisseurs of sculptor Johann Georg Pinsel, decided to translate the article «For the exhibition in Austria. Pinsel and Voznytsky: routes that crossed» in German for Austrians to be able to learn more about Boris Voznytsky. He devoted 50 years of his life to research and search of Pinsel works, some of which now are exhibited in one of the largest museums in Austria – Belvedere.

Ausstellung in Österreich. Pinsel und Voznytskyy: Wege, die sich überschnitten haben

Heute, am 28.Oktober werden die Werke des genialen Bildhauers Johannn Georg Pinsel in einem der größten Museen Österreichs zum ersten Mal mit einer Ausstellung gewürdigt. Gestern wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. Die Gastgeber der Ausstellung erwähnen aber in ihrer Werbekampagne mit keinem einzigen Wort das Land und den Kunstforscher, denen die Welt die Entdeckung dieses großen Bildhauers zu verdanken hat. Dabei hat Boris Grygorovych Voznytskyy die Suche nach verlorenen Werken von Pinsel und ihre sorgfältige Analyse zu seinem Lebenswerk gemacht und 50 Jahre seines Lebens in diese Arbeit investiert.

Boris Voznytskyy hat davon geträumt der ganzen Welt die Werke von Pinsel zu zeigen.

Vor ein paar Jahren wurden die Werke von Pinsel in Louvre ausgestellt. Das war ein riesiger Erfolg: die Ausstellung hatten mehrere Tausend Gäste gesehen und über die Ukraine und ihre prachtvolle Kunstsammlung schrieben damals beinahe alle renommierten internationalen Medien.

Herr Voznytskyy hat persönlich an dieser Ausstellung gearbeitet – nur noch ein paar Monate trennten ihn von dem ersehnten Tag, wo Pinsel in Frankreich ausgestellt werden sollte.

Die Ex-Direktorin der nationalen Gemäldegalerie in Lviv Frau Larysa Rasinkova-Voznytska erinnert sich, wie gründlich die Ausstellung in Frankreich vorbereitet wurde: «wir haben die Exponate nicht nur konserviert, sondern auch restauriert. Unsere Restauratoren und auch Restauratoren aus Kyiv haben eine solide Arbeit geleistet. Damals liefen die Vorbereitungen für die Ausstellung unter Obhut von Herrn Voznytskyy. Er hatte seine eigene Vision. Als er nur wenige Monate vor der Eröffnung der Ausstellung starb, mussten wir sein Werk zu Ende bringen. Diese Rolle haben vorwiegend die Restauratoren und stellvertretender Direktor Herr Volodymyr Pshyk übernommen. Im Fall von Belvedere war es etwas einfacher «– sagt Frau Rasinkova-Voznytska – «die Werke waren bereits restauriert und mussten nur noch leicht geputzt, oberflächig nachgebessert und angebracht werden. Belvedere wollte die Werke aus 3 ukrainischen Oblast zeigen: Lviv, Ternopil und Ivano-Frankivsk. Das waren die Werke, die auch in Louvre ausgestellt wurden. Die Skulpturen aus Ternopil und Ivano-Frankivsk konnten wir leider nicht zur Verfügung stellen, deswegen wurden nur Exponate aus unserem Museum ausgestellt».

Frau Larysa Rasinkova-Voznytska erklärte, warum nationale Gemäldegalerie in Lviv das Angebot von Belvedere so freundlich annahm: «Herr Voznytskyy wollte Pinsels Werke in erster Linie da zeigen, von wo theoretisch Pinsel selbst herkommen könnte. Der Bildhauer ist unbekannt und sehr einzigartig. Herr Voznytskyy war neugierig, da er 50 Jahre seines Lebens dem Schaffen von Pinsel gewidmet hatte. In dieser Zeit hat er nach seinen Werken gesucht, sie in die Galerie gebracht und schließlich restauriert. Die Eröffnung des Pinsel-Museums in Lviv war ein sehr wichtiges Ereignis für ihn. Herr Voznytskyy glaubte, dass Pinsel ein einmaliger Bildhauer in ukrainischer Kunstgeschichte war, der eine ganze Reihe von Bildhauern inspiriert und nachhaltig beeinflusst hatte. Deswegen war es für ihn so wichtig seine Werke in der Slovakei, Österreich und Deutschland zu zeigen. Herr Voznytskyy schloss nicht aus, dass Pinsel selbst aus einem dieser Länder herkommen konnte.»

Österreich ist nicht schuld

Frau Larysa Rasinkova-Voznytska ist empört, dass Belvedere weder Ukraine noch Herrn Voznytskyy erwähnt hat. Gleichzeitig betont sie aber, dass die Vorbereitung der Ausstellung von Gemäldegalerie Lviv kontrolliert und überwacht werden sollte.

«Von französischen Partnern haben wir beispielsweise sämtliche Druckunterlagen über die Ausstellung bekommen. Da hatten wir nichts zu beanstanden, weil alle Informationen stimmten. Sie hatten uns Artikel aus Zeitungen und Magazinen geschickt, und überall stand, dass die Ausstellungsstücke aus unserem Land und aus unserem Museum kommen» – gleichzeitig bemerkt aber die Frau, dass die Werbekampagne und ähnliche Sachen im Vorhinein, am besten in Verträgen abgestimmt und vereinbart werden sollten.

«Da ich seit Dezember die Funktion der Direktorin nicht mehr erfüllte, konnte ich mich um die Ausstellung nicht mehr kümmern. Dies taten der Museums-Konservator Herr Igor Khomyn und der neue Direktor, die für den E-Mail-Verkehr und schriftliche Vereinbarungen mit Belvedere zuständig waren» – sagt Frau Larysa Rasinkova-Voznytska und fügt hinzu: «ich finde es sehr schade, dass der neue Direktor der Lviver Gemäldegalerie Herr Taras Voznyak Herrn Khomyn und Frau Kozynkovych zur Ausstellung mitgenommen hatte. Er hätte lieber die Leiterin des Pinsel-Museums Frau Lesya Banakh einladen sollen. Es ist eine Schande, dass Lviv nun Lemberg heißt und nicht mehr ukrainisch, sondern österreichisch ist. Dass Herr Voznytskyy nicht mal erwähnt wurde. Ich bin aber mit Frau Lesya Hasydzhak einverstanden, dass die Österreicher daran nicht schuld sind.

Schuld daran ist der Direktor der Gemäldegalerie, der für die Organisation der Ausstellung und deren Promotion im Ausland verantwortlich ist. Aber was kann er als ein studierter Ingenieur-Mechaniker des Landwirtschsftsmaschinenbaus dafür, der keine Erfahrung mit Kunst und Museen hat.»

Redakteurin des Internet-Portals «Ukrainisches Museums-Netzwerk» Frau Lesya Hasydzhak schrieb: «die Österreicher sind daran nicht schuld; sie dürfen schreiben, was sie für richtig halten. Die Leitung der Gemäldegalerie ist dafür da, um zu kontrollieren, zu überwachen und ihre Bedingungen bei Vertragsunterzeichnung zu stellen «

«Unser Museum sollte im Vorhinein ein richtiges Konzept entwickeln, weil Österreicher das genommen haben, was ihnen zur Verfügung gestellt wurde. Wir müssen über die Ukraine reden. Herr Voznytskyy hatte stets betont, dass Pinsels Werke der Ukraine gehören. Obwohl sie zur sowjetischen Zeit beschädigt und oft sogar vernichtet wurden, hat er es geschafft, sie beinahe aus dem Feuer zu retten. Er war stolz, dass diese einmalige Kunstsammlung der Ukraine gehört. Er hatte nach Pinsels Werken auch im Ausland gesucht, konnte aber nicht mal etwas Ähnliches finden. Es ist sehr wichtig, dass wir diese Werke zusammengesammelt und aufgehoben haben.»

Wenn ich gestorben bin, werde ich als Erstes Pinsel besuchen

Frau Larysa Rasinkova-Voznytska sagt, dass Herr Voznytskyy mehrere Artikel über Pinsel geschrieben hatte, die nie veröffentlicht wurden: «Ich sehe es nun als meine Mission diese Artikel der Welt zu zeigen. Außerdem habe ich angefangen, aus seinen Erinnerungen ein Buch zu schreiben: wie Pinselentdeckt, gerettet und in die Galerie gebracht wurde».

Frau Larysa Rasinkova-Voznytska hat uns ihren Artikel zur Verfügung gestellt, der unter anderem auch nicht veröffentlichte Fragmente der Aufzeichnungen von Herrn Voznytskyy über seine Entdeckung von Pinsel enthält.

Der Text wird hier nicht gekürzt zitiert:

Zwei Menschen, zwei starke Persönlichkeiten, zwei Genies, die eine bedeutsame Spur in der ukrainischen Kunstgeschichte hinterlassen haben. Der Eine lebte und schuf im ХVIII. Jahrhundert, der Andere – rettete und erweckte zum neuen Leben im XX. Jahrhundert. Nun haben sich ihre Wege überschnitten und ihre Kommunikation macht sie beide reicher. Das klingt mystisch aber einmal hat Herr Voznytskyy gesagt: «Wenn ich gestorben bin, werde ich als Erstes Pinsel besuchen und ein langes Gespräch mit ihm führen, um alles über ihn zu erfahren»

sich Boris Voznytskyy

Ganze 50 Jahre lang beschäftigte sich Boris Voznytskyy mit Werken von phänomenalen, aber auch mysteriösen Johannn Pinsel, forschte und rettete viele von denen, gründete und eröffnete Museum zu seinen Ehren, betrachtete dessen Schaffen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, fühlte sich auf seiner Suche nach Wahrheit bestätigt, zweifelte zugleich, öfters widersprach sich selbst, kehrte immer wieder zu den Domizilen des «Altar-Bildhauers» zurück.

Diesen beiden herausragenden Männern sind zwei zeitliche Daten mit Abstand von 200 Jahren gemein, nämlich 1761 р. (?), als Johannn Pinsel starb, und 1961, als Borys Vosnytskyj die ersten Skulpturen von Pinsel «Abrahams Opferung» und «Samson, der den Löwenrachen riss» rettete und aus Hodovytsia ins Museum brachte. Das war eine der ersten Expeditionen von Borys Vosnytskyj in Funktion eines stellvertretenden Direktors im Museum für ukrainische Kunst in Lviv/Lemberg.

Aus Erinnerungen von Boris Voznytskyy:

«Wir kamen nach Hodovitsa, das in einigen Kilometern von Lviv liegt. Damals war es mir noch nicht bewußt, dass zur Konservierung alle Werke abzuholen seien. Als wir dorthin kamen und in die Kirche reingelassen wurde, und als ich sah, in welchem Zustand der Altar war, entschied ich sofort «Abrahams Opferung» und «Samson, der den Löwenrachen riss» mitzunehmen. Wir luden die Skulpturen ins Auto und fuhren weg. Im Museum entfachte anschließend ein richtiger Skandal, mir wurde sogar verboten, die Skulpturen zu berühren. Einer der Mitarbeiter der Bezirksverwaltung sagte sogar: «Wie lange noch wird Vosnytskyj diesen katholischen Trödel ins Museum bringen. Den brauchen wir gar nicht».

Im Dezember 1962 wurde Boris Voznytskyy in die Lemberger Bildergallerie ins Direktoramt versetzt, wohin er quasi als sein Erbe die von ihm zwei geretteten Skulpturen von Pinsel mitnimmt. In der Gallerie sammelte er ein Team von Gleichgesinnten (V. Lubtchenko, O. Ripko, V. Vujtsyna, V. Ovsijtchuk, V. Polanskyj) um sich und setze seine Expeditionstätigkeit fort. Ein Freund von ihm hat ihm ein Oldtimer-Motorrad geschenkt. Er hatte kein Auto, so musste auf geliehene zurückgreifen. Damals bereisten sie die Gebiete von Lviv, Ternopil, Ivano-Frankivsk. Als er zum zweiten Mal Hodovytsia besuchte, waren alle Skulpturen bereits zerbröckelt, Teile vom Flachrelief lagen auf dem Boden. Einer davon, signiert vom Architekten der Kathedrale – Bernard Meretyn – war teilweise verbrannt. Dann war es Borys Vosnytskyj endgültig klar (wie er schreibt), dass man alles abholen muss.

Seit vielen Jahrzehnten steht die Kirche in Hodovytsia ohne Dach, die Fresken an der Wand werden von Jahr zu Jahr weniger erkennbar, Malerei bröckelt sich ab, die Farben werden verblasst. An der Stelle, wo noch der Altar ragte, blieb nur ein hölzernes Kreuz mit Resten von Strahlen.

Boris Voznytskyy stellte mehrmals die Frage nach Restaurierung dieses einzigartigen Gebäudes von Bernard Meretyn, örtliche Bevölkerung bemüht sich um öffentliche Aufmerksamkeit in Bezug auf dieses Anliegen, aber nichtsdestotrotz bricht die Kathedrale von Jahr zu Jahr immer weiter zusammen und stirbt aus.

«Eines Tages berichteten mir die Studenten des Instituts für angewandte und dekorative Kunst in Lviv von zahlreichen Skulpturen in Horodenka. Ich nahm mein Motorrad, die anderen stiegen in einen offenen Lkw ein, den wir damals bereits hatten, und fuhren los. In der Kirche gab es inzwischen keine Tür. Wir gingen rein. Niemand fragte uns, woher wir sind und was wir hier wollen. Nur ein einziger großer Engel war vor Ort – ganz oben auf dem Hauptaltar, und noch ein paar kleinere Engelchen. Solch einem haarsträubenden Bild wie in der Kirche in Horodenka sind wir noch nie begegnet.

In der Mitte der Kirche lag ein Haufen von den aus 3-Meter-Höhe abgeworfenen Überresten von Holzfiguren. Unter den Trümmern zeigten sich abgerissene Köpfe von Hl. Elisabeth und Hl. Iakim vom Hauptaltar hervor. Die restlichen Skulpturen lagen zerbrochen auf dem Boden. Im Kloster befand sich ein Technikum (Technische Berufsschule). Ich sah zwei Jungs, die gerade beim Zersägen einer großen Holzskulptur waren, um sie dann im Ofen zu verbrennen. Die anderen Skulpturen wurden schon dort verbrannt. Ich stoppte dieses Morden. Wenn ich dorthin zwei Monate früher gekommen wäre, hätten wir viel mehr als fünf Skulpturen gerettet.

Die Skulpturen aus dem Kloster luden wir völlig problemlos ins Auto. Die Türen waren offen, niemand interessierte sich dafür. Einige Passanten schauten hin, aber keiner traute sich anzunähern. Der Lkw wurde bis ganz oben beladen, Figuren wurden von Zweigen überdeckt, die wir aus dem beim Kloster befindlichen Gebüsch abholzten».

Wir sind in der Stadt Horodenka, Gebiet Ivano-Frankivsk in der Kirche der ehemaligen Missionare. Johann Pinsel bekam hier seinen größten Auftrag – ganze fünf Altäre und noch vier weitere für die Pfarreikirche. Außerdem stellte er hier sein weiteres Werk fertig– Säule mit Muttergottes.

Eine Sensationsentdeckung erwartete uns in Monastyryska. Boris Voznytskyy erinnerte sich, dass Pinsels Skulpturen in der Kirche, wo zu der Zeit ein Getreidelager untergebracht war, nicht mehr zu finden waren. In der Stadt verbrachte er vier Tage, wo er Beamten und einfache Leute traf und sie über die Skulpturen ausfragte. Es wurde ihm gesagt, dass die Skulpturen in eine andere Stadt überführt werden konnten.

«Ich bin immer wieder dorthin gefahren, konnte aber nichts vorfinden. 10 Jahre waren vergangen. Einmal fuhr mit meinem Motorrad am Friedhof in Monastyryska vorbei. Ich beschloss zu halten und den Friedhof zu besichtigen, weil ich vom Weiten eine wunderschöne neoklassizistische Kapelle sah. Zehn Meter von der Kapelle entfernt sah ich ein frisches Grab, in dem bis zu den Knien in der Erde St.-Anna-Skulptur eingegraben stand. Es war mir sofort klar, dass dies eine der Skulpturen von Pinsel aus der hiesigen Kirche ist. Ich konnte die Skulptur nicht mit dem Motorrad mitnehmen, da der Kopf vom Körper der Heiligen fast abgetrennt war. Ich nahm ihn in meinen Rucksack mit. Den Körper bedeckte ich mit Laub und versteckte im Gebüsch. Am nächsten Tag kam ich mit dem Auto und nahm den Körper mit. Das ist die Geschichte der ersten Skulptur aus Monastyryska».

1999 tauchen in Bayern sechs Bozzettos (Modelle) auf, die vom Bayerischen Nationalmuseum in München angekauft wurden.

Der Museumsdirektor Herr Dr. Peter Volk kontaktierte Herrn Voznytskyy, kurz darauf wurden Mittel für seinen Besuch in München bereitgestellt. Aus Erinnerungen von Boris Voznytskyy aus 2000: «Als ich sie zum ersten Mal auf dem grauen Podest im Büro von Peter Volk sah, wurde mir schwindlig. Dann begann ich genauer hinzusehen und es kamen einige Zweifel auf. In den tiefen Kleidungsfalten bemerkte ich abstehende «Holzfusseln», als ob sie erst vor kurzem geschnitzelt wurden. Zum zweiten Mal untersuchte ich die Bozzettos mit der Lupe zusammen mit Herrn Dr. Volk, Frau Oksana Kozyr und dem Kunstsammler, dem Bayerisches Nationalmuseum die Kunstwerke abkaufte. Er selber kaufte diese der Familie eines anderen verstorbenen Kunstsammlers ab. Der überlieferten Legende nach, gehörten sie früher einem österreichischen Priester.

Die Figuren waren mit transparentem grau-ockerigem Gesso und weisser Farbe überdeckt. Die Schicht aus der Zeit der letzten Bedeckung sprang ab, so dass sie wiederholt mit der weissen Farbe überdeckt werden mussten, – so der Kunstsammler. Er wollte sie für 120 Tsd. D-Mark verkaufen. Frau Oksana Kozyr half mir deutsche Mäzene anzuschreiben. Wir sind dabei, die nötige Summe zusammenzukriegen».

Boris Voznytskyy bestätigte, dass diese einmaligen Modelle tatsächlich von Pinsel kreiert wurden und besprach mit Herrn Dr. Volk, dass sie unbedingt auch in Lviv ausgestellt werden sollten. Im Pinsel-Museum konnte man sie dann ein Jahr lang betrachten und bewundern.

Diese sechs Plastiken dienten als Prototypen für mindestens zwei Altäre aus verschiedener Zeit– je einen in Horodenka und Monastyryska. Während der Ausstellung in Louvre fanden diese Figuren besonders viele Bewunderer.

Leider hat das Schicksal so entschieden, dass Boris Voznytskyy diese Ausstellung nicht sehen sollte.

Letzte Entdeckung von Pinsel war Steinfigur des Heiligen Onuphrius, die in der Wandnische des Glockenturms einer Dorfkirche in der Gemeinde Rukomysh, Bezirk Butschatsch gefunden wurde. Das war eine große Entdeckung, denn lange Zeit blieb die Skulptur unbekannt und fiel niemandem auf.

Herr Voznytskyy erinnerte sich, dass er am 16. September 2004 in die Region Ternopil zusammen mit dem Direktor des Verlags «Zentrum Europas» Herrn Serhiy Frucht und einem Fotographen, der Reprophotographie für das Buch «Mykola Pototskyy Bernard Meretyn Johannn Georg Pinsel» vorbereiten sollte, kam. Außerdem kamen noch 2 Filmemacher aus Warschau mit, die da einen Film über J.Pinsel «Heilige aus Lviv» drehen wollten.

«Unser Besuch in Butschatsch war ein Erfolg. Ein Laienkirchenmaler aus einer Kirche, die wir zufällig besichtigten, brachte uns 2 Engelköpfe sowie den Kopf des Heiligen Johannes Nepomuks, die zur verschollenen Skulptur aus 1750 gehörte, welche früher in der Umgebung von Butschatsch stand. Eine Kindergartenerzieherin erzählte uns, dass sie zu Hause einen Engelkopf von dieser Skulpturgruppe hat. Viel geholfen hatte uns auch Frau Vira Stetsko. Und größte Entdeckung war ohne Zweifel die Skulptur des Heiligen Onuphrius in der Gemeinde Rukomysh (12 km von Butschatsch entfernt).

Herr Bogdan Maksymyak, der Ethnograph, der die Steinskulptur von Anstrich-Beschichtungen reinigte, erzählte, dass es insgesamt 18 Schichten waren und dass er schon lange den Verdacht hegte, dass dies eine Skulptur von Pinsel ist. Das war auch tatsächlich eine Originalskulptur von Pinsel. So bekamen wir am 10. September 2004 noch ein Werk von Johannn Georg Pinsel, das sehr wichtig für das Verstehen seines Schaffens ist».

Unter Bozzettos aus München war eine Figur, die Herr Dr. Peter Volk als Heiligen Hieronymus interpretierte. Herr Voznytskyy dagegen sah in ihr den Heiligen Onuphrius, was er schon 1999 sagte. Nach der Entdeckung der Skulptur in Rukomysh war er überzeugt, dass der Bozzetto ein Prototyp für sein weiteres Meisterwerk war.

«Entdeckung eines neuen Werks von Pinsel ist ein großer Schritt auf dem Weg zum Verstehen dieses genialen Bildhauers und gleichzeitig auch ein unvergessliches Ereignis in meinem Leben» – schrieb Boris Voznytskyy.

Autorin: Nadiya Sapiha, mehr dazu hier.

 

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2017-10-24 01:52:32